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Ein Oldtimer als Dienstwagen – eine gute Idee?

Wir erklären, welche Vorteile und Risiken sich hinter einem Oldtimer als Dienstwagen verstecken.

Oldtimer als Dienstagwagen nutzen

Zuerst einmal: Ab wann gilt ein Auto überhaupt als Oldtimer?

Bevor wir dir alles über den Oldtimer als Dienstwagen erklären, sollte dir klar sein, dass nicht jedes Auto, welches älter ist als 30 Jahre, automatisch auch das begehrte H-Kennzeichen erhält, das es als „historisches Kraftfahrzeug“ beziehungsweise „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ ausweist. Daher haben wir dir die wichtigsten Anhaltspunkte aufgelistet, nach denen Sachverständige deinen Wagen bei einem Oldtimergutachten prüfen:

  1. Er muss vor mindestens 30 Jahren zum ersten Mal im Verkehr gewesen sein.
  2. Er muss trotz seines hohen Alters zuverlässig verkehrssicher sein.
  3. Er darf nicht zu schwerwiegende Mängel oder Gebrauchsspuren zeigen.
  4. Wurde er schon einmal umgebaut oder generalüberholt, müssen diese Veränderungen zeittypisch ausfallen.
  5. In allen Kfz-Hauptbaugruppen müssen ausschließlich Originalteile verbaut sein; Anbauteile dürfen nur höchstens 10 Jahre jünger sein als das Auto selbst und die Lackierung muss bereits im Baujahr des Wagens auf dem Markt gewesen sein.

Voraussetzungen für den Gebrauch als Dienstwagen

Abgesehen von den ohnehin zu erfüllenden Bedingungen, die wir dir eben aufgeführt haben, gibt es auch einige rechtliche Voraussetzungen in Betracht zu ziehen, wenn du dich für einen schicken Oldtimer als Dienstauto entscheidest. Denn das Finanzgericht gibt längst nicht allen Anträgen dieser Art statt und verweigert in einem solchen Fall das Abschreiben der Steuern als Betriebsausgabe. Das kann vor allem dann schnell passieren, wenn die Rarität auf Rädern allzu hohe Kosten verursacht, ohne dass – abgesehen von deinem persönlichen Geschmack – ein plausibler Grund für deine Wahl vorliegt. Um das zu verhindern, solltest du darauf achten, dass dein Oldtimer entweder gut zu deinem Betrieb passt (beispielsweise als mobiles Werbemittel) oder generell nicht so viel Geld verschlingt wie einige andere Autos im hohen Alter – bestenfalls trifft beides zu.

Die Vorteile auf einen Blick:

Wenn du dir darüber im Klaren bist, dass bei der Versteuerung deines Dienstwagens mittels Ein-Prozent-Methode von einem Prozent des ursprünglichen Bruttolistenpreises die Rede ist, wird dir schnell auffallen, dass mit einem Oldtimer Unmengen an Steuern gespart werden können. Denn völlig egal, wie teuer die Anschaffungs- oder erste Instandsetzungskosten dich auch zu stehen kamen – der Originalpreis alter Autos ist vergleichsweise sehr gering, was bedeutet, dass auch die zu zahlenden 1 % weitaus geringeren Umfang haben als bei modernen Wagen. Überdies kannst du dank des H-Kennzeichens bedenkenlos durch die Umweltzonen der Großstädte fahren, was bei einigen moderneren Dieselfahrzeugen nicht mehr der Fall ist. Passt dein Oldtimer zum Flair deines Betriebs, betreibst du nebenbei auch noch Werbung – Und was gibt es schöneres, als ein charakterstarkes Hobby mit dem Beruf zu verbinden?

Fazit: mit Vorsicht zu genießen

Einen Oldtimer als Dienstwagen zu unterhalten, kann also durchaus seine Vorteile haben. Dennoch darfst du dabei die zahlreichen Richtlinien nicht außer Acht lassen, die solch ein prestigehaltiger Firmenwagen mit sich bringt – ebenso wenig das Risiko, dass dein Antrag vom Finanzgericht abgelehnt wird. Ebenfalls stark ins Gewicht fallen sollte bei deiner Entscheidung die mögliche Wertsteigerung deines Autos, denn diese kann unter Umständen ganz eigene Steuern mit sich ziehen und den steuerlichen Vorteil, der bei der Ein-Prozent-Methode zustande kommt, genauso schnell wieder zunichtemachen wie die Erhaltungskosten für den Wagen, die aufgrund des hohen Alters besonders teuer ausfallen können. Falls dir die Steuern durch Wertsteigerung über den Kopf zu wachsen drohen, gibt es die Möglichkeit, diese einzudämmen, indem du den Oldtimer weniger als 50 % dienstlich nutzt und zudem ein Fahrtenbuch führst. Mit der elektronischen Methode von eazylog wäre dies eine unkomplizierte Lösung. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel Elektronisches Fahrtenbuch: Vorteile & Vorgaben.

Alles in Allem will also genau überlegt sein, ob du deinen Oldtimer wirklich als Dienstwagen nutzen möchtest. Wenn du sorgfältig planst und mit dem Restrisiko umgehen kannst, liegen dir allerdings viele bemerkenswerte Vorteile offen!

Quellen und weiterführende Links:
https://www.bdp-team.de/steuerberatung/steuertipp-ein-oldtimer-als-dienstwagen
https://www.welt.de/motor/verkehr/article106139503/Oldtimer-als-Dienstwagen-fahren-und-Geld-sparen.html
https://www.motor-talk.de/news/so-alt-und-trotzdem-noch-im-dienst-t6019659.html
https://www.hdi.de/privatkunden/versicherungen/kfz/ratgeber-oldtimer/h-kennzeichen
https://www.auto-motor-und-sport.de/news/ein-klassiker-als-firmenwagen-steuervorteile-erklaerung-info/